Anmerkung zu einer wunderbaren Kolumne, in der es heißt: „Unser Mann hat sich bisher nichts zuschulden kommen lassen. Gut, es gab den 20. Juni 1976. ...“ Da gab es aber auch den 29. Oktober 1988. Die Kickers hatten ihr Erstliga-Auswärtsspiel bei Bayern München mit 0:3 verloren, alles okay soweit. Weil UH aber angesichts des Aufsteigers von der Waldau ein leeres Olympiastadion befürchtete, verkündete er – sportlich und fair wie er ist – in den Tagen vorher, dass die Bayern das Spiel mit mindestens drei Toren Unterschied gewinnen, ansonsten gäbe es das Eintrittsgeld zurück. Das Ergebnis stimmte, und UH konnte überhaupt nicht verstehen, warum ADM leicht angefressen vermutete, dass er (UH) wohl zu viel Kopfbälle gemacht habe. Daß er dabei die beiden Brüder verwechselt hatte, war nicht so tragisch, denn es kam der 13. Mai 1989. Im Rückspiel schlugen die Kickers den FCB mit 2:0, das Neckarstadion sang „Hoeneß, Hoeneß, hahaha“ und der saß mit hochrotem Kopf auf der Bank. Und dann kam der 5. Oktober 1991. Der FCB unterlag dahoam im Olympiastadion den Blauen Göttern mit 1:4, UH entließ einen Tag später den Trainer, seinen Freund Jupp Heynkes. Dies sei, so sagte er vor einiger Zeit, die einzige Fehlentscheidung seines Lebens gewesen. Sein Schweizer Konto war demnach eine richtige Entscheidung. München oder Chicago – diese Frage ist geklärt. Al Capone war ein ehrenwerter Mann.
# 1709 |
22.04.2013 15:34:46 |
Bruno Bienzle schrieb:
Zur Depesche Nr. 1093: Einer der größten Schleimer hat am Sonntagabend in der Jauch-Runde seine Spuren hinterlassen, eine ekliger und klebriger als die andere: Lächel-Dieter Kürten. Der Mann, der sich in seiner Zeit als Sportstudio-Moderator lieber in die Zunge gebissen als dass er eine kritische Frage gestellt hätte.
# 1708 |
19.04.2013 15:20:31 |
Goggo Gensch schrieb:
#Depesche 1091. Was sich die SSB-Kontrolleure geleistet haben ist so bodenlos unverschämt und geschichtsvergessen, dass es jeden Stuttgarter beschämen muss. „Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch“, hat Brecht in seinem „Arturo Ui“ geschrieben. Wenigstens erinnern jetzt Stolpersteine an die Familie Uhlman. An den Maler und Schriftsteller Fred Uhlman erinnert meines Wissens nichts in Stuttgart. Keine Straße, kein Platz. Aber so etwas wundert einen in Stuttgart ja auch nicht. An den Film „Der wiedergefundene Freund“ erinnere ich mich noch gut. Während der Vorbereitung durfte ich für das Team als Location Scout arbeiten. Konkret habe ich Szenenbildner und Regieassistenten durch Stuttgart geführt und ihnen mögliche Drehorte gezeigt.
Dr. Weibels psychiatrische Diagnose in Bild und Ton:
http://youtu.be/zU0nrr1soBo
... und hier nochmals der frühere, gleich lautende Befund eines gewissen Dr. Stadelmaier:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/stut tgart-21-krieg-den-grasdackeln-1892835.html
Oben bleiben!
# 1706 |
17.04.2013 10:51:21 |
Dieter Münch schrieb:
17.April - Es ist der Geist!
Er fällt nicht nur mit Bedacht und Verzögerung Todesurteile oder durchwatet Baugruben tief unter der Stadt - dieser Stadt. Er wird vom Mantel der Geschichte umweht oder lauert einfach nur in der Flasche. Ob ein Hauch davon auch in Brüssel Duftspuren hinterlässt, darf hoffentlich bezweifelt werden. Er ist einfach nicht auszuräuchern, wie der Schweizer Experte resiginierend erkannt hat. Also warten wir halt bis ein Widergänger sich präsentiert - ein nuer Magalomaniac.
# 1705 |
16.04.2013 11:40:49 |
Bernhard Ubbenhorst schrieb:
@Depesche 1089
Werner Herzog antwortete im Interview des Zeit-Magazins letzte Woche auf die Frage nach seiner Kindheit:
"Ich hatte mit 14 eine sehr intensive Phase, in der sich Perspektiven und Konstanten für mein Leben angelegt haben, die mich bis heute prägen. Erstens: zu Fuß unterwegs sein. Zweitens: Kino."
Die Reihenfolge spricht für sich ... und fürs Spazierengehen. Von nix kommt nix!
Depesche vom 12. 4.2013-04-13
Ich hatte zu damaliger Zeit das Thema Hitler Tagebücher mit Interesse verfolgt, schon alleine deswegen, wie man so raffiniert sein kann und eine hochrangige Zeitung an der Nase herumführt.
Diese Depesche ist wirklich sehr gut verfasst und ich habe sie mir mit den ganzen Zusätzen kopiert und in meinen Verteiler kopiert um sie auch anderen bekannt zu machen.
# 1703 |
13.04.2013 07:43:57 |
Mandy schrieb:
@ Depesche vom 12. 4.
Die "Hitler-Tagebücher" haben für mich einen aktuellen Bezug, wenn ich das Mediengeschrei und die Münchner Gerichtspeinlichkeiten um den NSU-Prozess betrachte. Es stimmt, was Joe schreibt: Das "Dritte Reich" wurde bei uns nicht aufgearbeitet, sondern kommerziell ausgeschlachtet. So erklärt sich, dass ein Kujau überhaupt möglich wurde. Mir scheint, in Stuttgart ist der Fall sogar schon ziemlich vergessen - auch typisch.
# 1702 |
12.04.2013 21:56:23 |
Bruno Bienzle schrieb:
Zur Depesche Nr. 1088 ("Hitler löffelweise"): Fußnote: Der amtierende GröChaz - größter Chefredakteur aller Zeiten - beliebte anderntags die hinreißend geschriebene Seite-3-Story über den Kinobesuch von Joe Bauer mit dem Fälscher als "Panne des Jahres" auszurufen, weil der Autor das angebliche "historische Verdienst" seiner Zeitung an der Aufdeckung des "Jahrhundert-Scoops" durch die StN nicht geschichtsklitternd herausgestrichen habe.
# 1701 |
08.04.2013 18:52:08 |
Uwe Horst Pfeifer schrieb:
@1700 (Herr Bauer, eine Freikarte für Herrn Harthan! Am besten im B-Block!)
Lieber Herr Harthan,
Ihre Situation, ich stehe nicht an, es zuzugegeben, ist natürlich katastrophal. ABer: Wer noch alles verlieren kann, kann auch noch alles gewinnen. Wir dagegen haben nicht mal mehr was zu verlieren. Natürlich werde ich morgen wieder auf der Haupttribüne sitzen und stumm gucken wie die leidende Kreatur. Die einzige Hoffnung ist, dass Fidel Morales (welch ein Name für die Kickers) die Seitenlinie belebt.
Selbstverständlich können Sie ob Ihrer Gewissensnot meiner vollständigen Verschwiegenheit versichert sein. Ich sage nämlich ohnehin bald nichts mehr. Nur soviel: Ich habe meine Fühler zum SV Hoffeld ausgestreckt. Erstklassiger Verein, ist wunderbar in der Landesliga baden gegangen, da fühle ich mich zu Hause...
- Der Ihre - (Am Samstag nach dem Spiel war ich Ballett. Das half auch nicht weiter...)
Joe:
Herr Pfeifer, wie kann man nach einem Kickers-Spiel das Ballett besuchen? Da könnte man ja auch zum VfB und danach zum FC Barcelona gehen.