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Lesersalon

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# 120 | 09.03.2010 12:39:18 | Thorsten W. schrieb:
Huch, jetzt bin ich auch mal hier gelandet. Schön hier, sehr gemütlich. Aber ich komme mir ein wenig vor wie zum ersten Mal bei einem Fremden im Wohnzimmer. Oder bei einer Geburtstagsparty, wo sich alle kennen, ich aber niemanden kenne. Wobei - den Putte kenn ich. Zum Glück. Man hängt sich bei solchen Partys ja immer an das einzig bekannte Gesicht.

Aber so geht es Leuten, die unser kleines Refugium kessel.tv zum ersten Mal betreten, wahrscheinlich auch - wir haben großen Spaß daran, Kalauer immer wieder hervorzukramen, die nur regelmäßige Leser verstehen.

Was aber für mich hier ungewohnt ist ist der Umgangston - sehr gewählt, alle Texte vorher noch mal schnell durch die Word-Autokorrektur geschickt und jeder Satz wohl ausformuliert. Bei uns geht das eher von "Feddalda" bis "111EinsElf". Versteht hier jetzt wahrscheinlich auch keiner, hehe.

Auf jeden Fall freue ich mich über die Einladung von Herrn Bauer und verspreche wiederzukommen.
Joe:Es muss doch nicht uncool sein, wenn hie und da noch einer der alten Luden den Duden zieht.

# 119 | 09.03.2010 11:29:40 | Cornelia Pfadenhauer schrieb:
Vielen Dank für die freundliche und sachliche Information. Ich hatte sehr gehofft, dass sie aus den Wagenhallen, von Ihnen lieber Herr Putte, kommt. Bei der Gelegenheit: Ihre Seite ist sehr informativ und ich war natürlich schon ein paar Mal da. Für Ihren neuen Beobachtungsposten sollten Sie fast auch so ein gummiertes Fernglas haben wie der Executioner.

# 118 | 07.03.2010 19:37:19 | putte schrieb:
Was das Kunstdingensbumsens in der Mercedes-Filiale an der Türlenstraße angeht, sind die Informationen, die ich einholen konnte, eher etwas ernüchternd. Die Stadtverwaltung hat da anscheinend ordentlich ihre Finger mit im Spiel. Das muss per se nichts Schlechtes sein, aber es gilt abzuwarten.

# 117 | 06.03.2010 18:45:33 | Sabine schrieb:
Auf der Suche nach einer Karte für spezielle Zwecke stieß ich auf eine, die ich irgendwann einem Nimmmichmitichbinumsonstangebot entnommen hatte. Rote Schrift auf schwarzem Grund: Du brauchst einen Maulkorb.

# 116 | 06.03.2010 14:02:54 | Cornelia Pfadenhauer schrieb:
@ Die Neuwagenhallen von Ralf Schübel und Depesche vom 22.02.2010

Ich finde die Namensgebung DIE NEUWAGENHALLEN sogar hervorragend! Aus Gründen der Fairness natürlich erst, wenn die Wagenhallen tatsächlich abgebrochen werden sollten. Denn sonst wären diese DIE GEBRAUCHTWAGENHALLEN.
Aber eines muss ich sagen - um den wiederholten Hinweis vom Executioner auf die Seuche Kalauer sollten wir sehr dankbar sein. Man lernt nämlich etwas dabei. Es ist eine gute Schule für Stil. Es muss für Autoren und/oder Journalisten ein Gräuel sein, solche Wortspiele über sich zu ergehen lassen.
Der, der seinen Beruf gelernt hat, räumt eher mit Auswüchsen auf. Ob das der Grafiker ist oder der Fliesenleger. Letzterer hat zu Hause vermutlich schlicht weiß gehämmerte Fliesen im Bad. Und das ist eine gute Sache, liebe Leute. Da passen alle Handtücher dazu und man sieht nicht jeden Wasserspritzer. Es gibt sogar Autoren, die KUNST AUFRÄUMEN. Vermutlich sind diese Büchlein rein theoretisch, aber die Leute scheinen sich instinktiv danach zu sehnen. Die Verkaufszahlen scheinen jedenfalls sagenhaft zu sein.
Als schreibender Laie, um beim Thema zu bleiben, wird man immer zur Übertreibung und zu sprachlichem Schludern neigen. Die Autodidakten greifen mit Genuss in die Vollen. Die dürfen das.
Darum zum Trost Herr Schübel: Mir wurde beispielsweise eine wunderbare Schöpfung, die ich im Jahr des Weltmeisters 2006 hatte, ebenfalls von einem Profi sofort um die Ohren gehauen mit ähnlichen Ekel-Abwehr-Reaktionen. Die Schöpfung lautete: Mit Schweinsteiger über die Weinsteige.
Ich fand meinen Einfall insofern genial, als der Keim für diese Aussage bereits in mir angelegt war durch ein 25 Jahre früher stattgefundenes Ereignis. In Verbindung mit dem fußballenden Schweini und der fast täglichen Fahrt über die Weinsteige gab es ein Ganzes. Die dazugehörende Geschichte hat schon gar niemand interessiert.
Fazit: Der Schwabe möchte auch beim Kalauern, dass etwas dahintersteckt. Nicht nur so Plumquatsch wie zum Beispiel zum Bleistift. Und er möchte auch heute noch möglichst viel verwerten. Dann ist er erst zufrieden.
Die Kampagne für Brot für die Welt ist ein Thema, das man gesondert betrachten müsste.
Jedenfalls - ähnlich wie im Schweinsteiger-Fall müsste es sich bei der Assoziation mit den NEUWAGENHALLEN zugetragen haben. Ich bin gespannt, wann in der Heilbronner Straße/Ecke Türlenstraße die Piratenflagge gehisst wird. Möglicherweise gibt es gar eine richtige Wagenburg (das Gebäude eignet sich dafür von der Anlage her), von der aus das A1-Gelände mit Kunst- und Kulturideen beschossen wird.
Plumquatschs Zauberspruch lautete: Hokus-Pokus, flugs über die Straße - oder so ähnlich.

# 115 | 06.03.2010 08:43:04 | Ralf Schübel schrieb:
Aha! Es geht also keinesfalls um AUTORENnen. Verstehe.
Joe:Autoren sind selten Künstler, und Kalauer-Autoren nie.
Gez. Pfilberseil

# 114 | 06.03.2010 04:25:29 | Ralf Schübel schrieb:
Falls die ehemalige Mercedes-Niederlassung an der Türlenstraße demnächst tatsächlich unter der Marke »Kreativraum Stuttgart« und unter Federführung der Raumaufzeit GmbH (www.h7-raumaufzeit.de) einer kreativen/künstlerischen Zwischennutzung zugeführt wird, schlage ich für dieses Projekt den Namen »DIE NEUWAGENHALLEN« vor.
Joe:Damit, werter Herr Schübel, kein falscher Eindruck entsteht: Es geht an diesem Ort bei Gott nicht um Kunst und Künstler - eher um einen gewerblichen AUTO-didakten-SALON.

# 113 | 05.03.2010 19:56:31 | Cornelia Pfadenhauer schrieb:
@Depesche vom 05.03.2010

Wie schön, dass Sie mich vermisst haben! Ich kann nur sagen: Terminverschiebungen durch Vorkommnisse im Land der Wela-Brühe und so, wie es aussieht, wird das auch die nächsten ein bis zwei Jahre so bleiben.
Wie gut, dass es den Flaneursalon immer wieder gibt. Am 24. März würde ich natürlich liebend gerne kommen. Diesmal jedoch bin ich vorsichtig mit vollmundigen Ankündigungen.
Was Lesersalon-Beiträge schreiben und Stadt-Mitgestaltungs-Umtriebe verfolgen anbelangt, bin ich projekt-, hausaufgaben- und klassenarbeitsbedingt (als Teilzeit-Schülerin) bis auf weiteres ebenfalls ziemlich ausgebremst.
Heute jedoch will ich die Zeit gerne investieren, da ich sowieso den grippalen Infekt zu mir eingeladen habe und es darauf dann auch nicht mehr ankommt.
Hat jemand von Ihnen eine Meinung zum NEUEN KÜNSTLERSTANDORT in der alten Mercedes-Niederlassung? Die Nachricht fand ich eigentlich toll. Habe allerdings keine weitergehenden Informationen. Hat sich die Sache schon entwickelt?
Vor allen Dingen ist es doch endlich einmal eine Möglichkeit, dass durch die großen Schaufenster künstlerische Arbeiten zu sehen sein werden. Das fehlt im H 7 (Heilbronner Straße 7, ehemalige Bundesbahndirektion) und in den Wagenhallen.
Meine mädchen- und märchenhafte Vorstellung geht dahin, dass dieser Standort so lange wie möglich aufrecht erhalten wird. Die Kunst- und Kulturszene könnte von dort aus wie Reisbrei überkochen, sich über die Heilbronner Straße wälzen und ins Europaviertel auf das A1-Gelände tropfen, um dort die Bibliothek zu umfließen. Wie ich schon einmal phantasiert habe: Es ist noch Platz auf dem Platz. Fieberbedingt mache ich das heute noch einmal.
Joe:Vermisst??? Wer? Wie? Was? Zu Ihrer Beruhigung: von einer ausgeleuchteten Bühne kann man keinen einzigen Menschen im Publikum erkennen - die Absage in der Depesche bezieht sich auf eine Mail, die ich erhalten habe.

# 112 | 05.03.2010 11:19:45 | Hans-Ulrich Wagner schrieb:
Gerade habe ich mir – nach der Depeschenlektüre und einer ersten Emailbeantwortungsrunde – die Seite „K21“ und dort „Unterstützer“ angeschaut. Selbst Götz Adriani, der wohl mit großem Abstand fähigste und effizienteste Kunstausstellungsorganisator im Umkreis, der sich für gewöhnlich nicht mit politischem Kleinmist die Finger beschmutzt, würde den Hauptbahnhof in seiner bisherigen Form gern behalten. Auch Günther Behnisch, der immerhin das eine oder andere Bauwerk entworfen hat, das man nach 30 Jahren noch anschauen mag, ohne das einem übel wird und dem man daher eine gewisse Kompetenz bescheinigen kann, meint: „Lasst die Finger davon!“. Und der rumpelnde Fotopoltergeist Henneka mahnt an, dass man das schöne Geld auch anders ausgeben könnte. Viele individuelle und begründete Meinungen, viele Leute, die man öfter in der Stadt sieht, die hier wohnen und wirken.
Die Seite der Befürworter: Obenan eine Asiatin aus Gerlingen mit x-beliebigem Automatengefasel, ein ehrenwerter Alibirentner, ein paar Wirtschaftsheinis, die mir kein Begriff sind, Walter Riester aus Göppingen, ein paar andere Parteibonzen, der eine oder andere Scheffe, der sicher seinen Kumpels nicht in die Suppe spucken wird – keiner macht sich die Mühe, eine auch nur ansatzweise detailiert wirkende Formulierung abzusondern, gar eine Differenzierung zwischen den verschiedenen verkehrs- und bautechnischen Optionen anzubieten. Auch Manfred Rommel nicht. Hurrageschrei und geklopfte Sprüche wie in der Fernsehwerbung. Der dumpfe Apparat gegen die zarten Pflänzchen Gemeinsinn, Geschmack und Individualität.
Aber es scheint klar: Das Projekt wird durchgezogen. Im Prinzip ist es wie in China: Man baut einen Staudamm, die direkt Betroffenen müssen umziehen oder unter Wasser leben.
Dann ist es eben nicht mehr meine Stadt. Immerhin merke ich das jetzt so langsam – bin wohl auch zu oft im Kino gesessen, anstatt zu versuchen, rechtzeitig etwas zu unternehmen.
Joe:Eine bunte Aktion wie "Unsere Stadt" sollte die Chance sein, die inzwischen nicht mehr besonders originelle Gegen-Stuttgart-21-Haltung zu ändern, zu erweitern: Der aussichtslosen Ich-liebe-und-rette-meinen-Bahnhof-Position muss endlich die städtebauliche Forderung, die architektonische Diskussion folgen. Da ließe sich womöglich noch etwas beeinflussen, bevor sich die Konfektionskulissen der Häussler-Bauer durchsetzen. Die Zerhackung des Bonatz-Baus ist nicht das einzige Problem der Stadtverschandelung. Wer eigentlich gestaltet das angeblich "neue Stadtquartier" S 21? Und wer hat was davon?

# 111 | 04.03.2010 10:06:48 | Brigitte schrieb:
Flaneursalon im Theater Rampe am 25. Februar

Lieber Joe,
wir danken für einen überaus vergnüglichen Abend in einer Umgebung, die dem Stadtstreicher und Straßenbahn-Herumfahrer im Lagerfeld-Jackett auf den Leib geschnitten scheint - endlich mal wieder richtig von Herzen gelacht!
Wie immer: scharf beobachtet, mit Sprachwitz verfremdet und damit glasklar vor Augen geführt: die
Eigenheiten und Schwächen der Leute in Stuttgart und anderswo. Texte, die uns berühren, wunderbar begleitet von Michael Gaedt, Los Santos, Dacia Bridges. Danke und bis bald!
Brigitte

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