Bauers Depeschen


Montag, 18. Juni 2012, 931. Depesche


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HEUTE MONTAGSDEMO

Bei der heutigen Montagsdemo auf dem Stuttgarter Marktplatz halten Dr. Dietrich Heißenbüttel und unsereins die Reden. Thema: Stadtzerstörung. Musik macht unser großer Sänger und Akkordeon-Virtuose Stefan Hiss. Beginn 18 Uhr.



Letzter Aufruf: Schwere Seenot!

FLANEURSALON AM NECKARUFER

Sonntag, 24. Juni, Mittelkai

Der Vorverkauf läuft alles andere als optimal. Noch können wir finanziell ganz schön absaufen. Mein Appell an alle Homepage-Besucherinnen und -Besucher, an die Freunde bunter und informativer Unterhaltung: Unterstützt unser Hafen-Picknick, die Hommage an den Neckar, besorgt Euch bitte Karten im Vorverkauf für unser (überdachtes) Hafen-Picknick am Sonntag, 24. Juni. Picknick ab 16 Uhr. Programmbeginn 19 Uhr. Auf die Bühne, einen Eisenbahnwaggon, gehen Roland Baisch & The Countryboys, das Elektro-Duo Putte & Edgar, die Sängerin Dacia Bridges und der Beatboxer Pheel. Wäre schade, wennn der Flaneursalon ausgerechnet bei dieser Aktion baden gehen würde ... Hier geht es zum rettenden Ufer: HAFEN-PICKNICK

(Siehe auch rechts das Archiv, Depesche vom 20. Mai)



SOUNDTRACK DES TAGES



Die aktuelle StN-Fußballkolumne:



DIE KLASSE BEI RUHENDEN BÄLLEN

Am Sonntagabend war sich der ARD-Kommentator Tom Bartels schon nach dem 1:0 der Deutschen gegen die Dänen sicher: „Es sieht gut aus für das Ziel EM-Titel.“ Man lernt: Wie ein Marketingfritze präsentiert er seine Ware ergebnis- und zukunftsorientiert. Das Spiel selbst ist nicht so wichtig.

Kino und Fußball, hat uns das Leben gelehrt, wurden von Männern erfunden, um Männer zu trösten. Hätten die Pioniere geahnt, wie ihnen später mal Katrin Müller-Hohenstein Fußball im Fernsehen präsentiert, hätten sie sich mit der Entwicklung der Wasserbombe beschäftigt. Inzwischen haben die Kalauer-Beauftragten so viele Witze über den Fauxpas de deux der ZDF-Wanderdüne mit dem ehemaligen Bayern-Torwächter Oli Kahn vom Stapel gelassen, dass wir Usedom verlassen und uns dem Fußballsport widmen können. Als ich neulich bei der EM-Übertragung im ZDF die Regenbilder sah, dachte ich schon, Gott strafe das ZDF mit einer Sintflut auf der Ostsee-Insel. Er hatte aber versehentlich die Fußballer der Ukraine und aus Frankreich erwischt. Doch jeder Sturzbach am Spielort trägt mehr zur Erbauung bei als die Wortflut des ZDF-Reporters Wolf-Dieter Poschmann. Der verwechselt Fußballer mit Langläufern und erzählt uns, der ukrainische Trainer habe Schew­tschenko beim Auswechseln nicht abgeklatscht, weil er „gedanklich mit dem Halten des Remis beschäftigt war“. Keiner weiß, wer Poschmann ­gerade abgeklatscht hatte. Schew­tschenko hatte zuvor das 2:1 erzielt.

Solche Fehler sind menschlich im Live-Stress. Richtig Durchblick zeigte wiederum Bartels, als er den Iren in der Partie gegen Spanien bescheinigte: „Sie können bei ­ruhenden Bällen ihre Klasse einbringen.“ So intim wollte man es gar nicht wissen.

Das Gelaber über Sinn und Zweck der spanischen Kurzpasskunst fand erst ein Ende, als Irlands famose Fans am Ende ­minutenlang „The Fields Of Athenry“ sangen. Da merkte sogar Bartels, warum Schweigen Gold ist. Zuvor hatte er neben seinen taktischen auch seine anatomischen Kenntnisse eingebracht: „Erstaunlicherweise hat Iniesta hinten keine Augen. Wer hätte das gedacht?“ Hätte der ARD-Pathologe selbst mal nachgedacht, wäre ihm aufgegangen, warum Iniesta auch ohne Augen mehr sieht als Bartels mit Hilfe Dutzender Kameras. Der spanische Virtuose mit seiner phänomenalen Fußballintelligenz fände dank seiner großartigen Motorik und unnachahmlichen Ballannahme die Laufwege seiner Kollegen jederzeit auch blind.

Schlimm an den Fernsehbeiträgen dieser EM ist nicht allein das Missverständnis, man könne dem Zuschauer Fußball in ähnlichen Billigshows näherbringen wie Schlager­schnulzen dem Butterfahrten-Publikum. Ärgerlich ist, wenn Kommentatoren nicht in der Lage sind, die Reize und Geheimnisse eines Spiels zu erklären. Meist versteifen sie sich darauf, Szenen wie Punktrichter zu werten: „Mängel auf beiden Seiten“ (Oliver Schmidt, ZDF). Geht es aber ans Eingemachte wie bei der Betrachtung der spanischen Philosophie von Arbeit (blitzschnelle Balleroberung) und Spaß (grandioses Kurzpassspiel dank einzigartiger Ballbehandlung), kommen nur erzkonservative Bedenken („nicht effektiv“) und dumme Wortspiele: „Tiki Taka gegen Tipp-Kick“ (Matthias Opdenhövel, ARD).

So ist es nicht weit zu „Waldis Club“. In diesem Sackbahnhof für „Schland“-Schreier glaubt die ARD bis heute, Fußball lasse sich mit Humorkrücken wie dem Imitator Matze Knop oder geschwätzigen Salon­Rockern wie Campino „witzig“ aufbereiten. Fußball taugt als Sujet so ­wenig für Comedy-Quatsch wie bierseliges Stammtisch-Gerülpse für TV-Kameras. Ein lausiges Verständnis von Fernsehunterhaltung.



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